Was der EU AI Act verlangt
Die KI-Verordnung der EU (AI Act) enthält in Artikel 50 Transparenzpflichten. Für Werbetreibende ist vor allem eine Regel wichtig: Wer mit KI Bild-, Ton- oder Videoinhalte erzeugt oder verändert, die echten Personen, Orten oder Ereignissen täuschend ähnlich sehen, muss offenlegen, dass der Inhalt künstlich erzeugt wurde. Diese Pflichten gelten seit dem 2. August 2026.
Für Ads bedeutet das: Ein UGC-Video mit einer KI-Person, die wie eine echte Frau in ihrem echten Auto wirkt, fällt sehr wahrscheinlich darunter. Eine erkennbar gezeichnete Illustration oder ein abstrakter Hintergrund eher nicht. Die Grenze ist im Detail noch nicht vollständig geklärt, deshalb ist die sichere Praxis, realistische KI-Inhalte immer zu kennzeichnen.
Was das Wettbewerbsrecht schon immer verlangt
Schon vor dem AI Act galt im deutschen Wettbewerbsrecht (UWG), dass Werbung nicht irreführen darf. Daraus folgen zwei klare Regeln für KI-Ads:
- Keine falschen Kundenstimmen: Eine KI-Person, die sagt „Ich nehme das seit vier Monaten“, darf nicht als echte, unabhängige Erfahrung einer Kundin präsentiert werden. Gefälschte Bewertungen und Erfahrungsberichte sind ausdrücklich verboten.
- Keine erfundenen Experten: Ein KI-Arzt im weißen Kittel, der dein Produkt empfiehlt, ist doppelt problematisch: irreführend und bei Gesundheitsprodukten zusätzlich ein Thema für das Heilmittelwerberecht.
Regeln bei Meta
Meta kennzeichnet Inhalte mit dem Hinweis „KI-Info“, wenn sie als KI-generiert erkannt werden, zum Beispiel über technische Signale in der Datei, oder wenn Werbetreibende das selbst angeben. Für Anzeigen zu politischen und gesellschaftlichen Themen verlangt Meta ausdrücklich eine Offenlegung, wenn realistische Inhalte digital erzeugt oder verändert wurden. Für normale Produkt-Ads ist die Lage weniger streng geregelt, aber die Richtung ist eindeutig: Transparenz wird erwartet, und irreführende Inhalte verstoßen gegen die Werberichtlinien.
Regeln bei TikTok
TikTok verlangt, dass realistisch wirkende KI-Inhalte gekennzeichnet werden, und bietet dafür ein eigenes Label. Inhalte, die echte Personen täuschend nachahmen oder Zuschauer über die Echtheit irreführen, sind nicht erlaubt. Prüfe beim Hochladen von Ads, ob die Option zur Kennzeichnung von KI-Inhalten angeboten wird, und nutze sie.
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So sieht eine saubere Kennzeichnung aus
- Im Bild oder Video: ein kleiner, gut lesbarer Hinweis wie „Mit KI erstellt“, zum Beispiel unten rechts. Bei AVVEN ist er in jeder Ad mit KI-Personen schon eingebaut.
- In der Caption: zusätzlich ein kurzer Satz oder ein Hinweis wie „KI-generiert“.
- Auf der Plattform: das eigene KI-Label oder den Schalter nutzen, wenn es ihn gibt.
- Im Skript: keine Formulierungen, die eine echte Erfahrung behaupten, etwa „ich als Kundin seit drei Jahren“, wenn die Person künstlich ist.
Was du ohne Bedenken mit KI machen kannst
- Produktszenen, Hintergründe und Lichtstimmungen
- Illustrationen, Icons und grafische Elemente
- Varianten von Texten, Hooks und Layouts
- KI-Personen in einer erkennbar inszenierten Werbeszene, mit Kennzeichnung
Kennzeichnung und Performance
Viele Brands fürchten, dass der Hinweis „Mit KI erstellt“ die Ergebnisse verschlechtert. In der Praxis entscheiden Hook, Problem und Angebot über den Erfolg einer Ad, nicht ein kleiner Hinweis in der Ecke. Viel teurer ist es, wenn Ads abgelehnt werden, ein Werbekonto eingeschränkt wird oder Kundinnen sich getäuscht fühlen.
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung und gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder. Die Regeln der Plattformen ändern sich regelmäßig. Bei konkreten Fragen wende dich an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für IT- oder Wettbewerbsrecht.
Häufige Fragen
Muss ich jede KI-Ad kennzeichnen?
Nicht jede. Entscheidend ist, ob realistisch wirkende Personen, Stimmen oder Szenen künstlich erzeugt oder verändert wurden. Eine rein grafische Ad mit KI-Hintergrund ist etwas anderes als ein Video mit einer KI-Person, die wie eine echte Kundin wirkt. Im Zweifel kennzeichnest du.
Wie kennzeichne ich eine KI-Ad richtig?
Mit einem gut sichtbaren Hinweis wie „Mit KI erstellt“ im Bild oder Video und zusätzlich in der Caption. Wenn die Plattform einen eigenen Schalter oder ein Label für KI-Inhalte anbietet, nutzt du auch den.
Senkt eine Kennzeichnung die Performance?
Ein dezenter Hinweis wie „Mit KI erstellt“ stört gute Ads kaum, weil Hook, Problem und Angebot entscheiden. Das Risiko, ohne Kennzeichnung abgelehnt zu werden oder Vertrauen zu verlieren, wiegt deutlich schwerer.
